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Erster indischstämmiger Weihbischof in Mainz geweiht

Foto: (c) Bistum Mainz/Hoffmann

Am 15. März 2026 wurde im Mainzer Dom mit der Weihe von Pater Joshy George Pottackal Kirchengeschichte geschrieben. Der 48-jährige gebürtige Inder ist der erste Geistliche mit außereuropäischen Wurzeln, der in der Geschichte der katholischen Kirche in Deutschland das Amt eines Weihbischofs bekleidet. Die Ernennung durch Papst Leo XIV. gilt als deutliches Signal für die Internationalität und den Wandel der Kirche in Europa.

Pottackal, der dem Orden der Karmeliten angehört, kam bereits vor über zwei Jahrzehnten aus dem indischen Bundesstaat Kerala nach Deutschland. Seit 2006 ist er im Bistum Mainz tätig, wo er sich vom Jugendseelsorger bis zum Personalreferenten im Bischöflichen Ordinariat hocharbeitete. Trotz seiner Herkunft gilt er im Bistum als „Eigengewächs“, da er fließend Deutsch spricht und die lokalen Strukturen in- und auswendig kennt. Seine Ernennung ist eine bewusste Reaktion auf die demografische Realität innerhalb der Diözese: Da bereits ein erheblicher Teil der Priester und Gläubigen im Bistum Mainz einen Migrationshintergrund hat, sollte die Leitungsebene diese Vielfalt nun auch offiziell widerspiegeln.

Bischof Peter Kohlgraf betonte bei der Einführung, dass die Wahl Pottackals kein rein symbolischer Akt sei, sondern eine Anerkennung seiner pastoralen Kompetenz. Für die Zukunft hat sich der neue Weihbischof vorgenommen, die Freude am Glauben wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. In einer Zeit, in der die Kirche mit Mitgliederschwund kämpft, möchte er als Brückenbauer fungieren und den Fokus von Verwaltungsfragen weg hin zu einer lebendigen Gemeinschaft lenken. Seine Bescheidenheit unterstrich er bei der Weihe durch die Wahl seiner Insignien: Sein Bischofsstab und sein Brustkreuz sind schlicht aus Holz gefertigt, was seine Verbundenheit zur Einfachheit und zum Dienst an den Menschen symbolisieren soll.

Quellenhinweise:

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