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Do, 22. Oktober, 2020
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Beliebtes Reiseziel: Goa

Von Soumya P. Datta. Da es gewöhnliche Reiseberichte über Goa ja in jedem Indienführer zu lesen gibt, versuche ich mich mit diesem Bericht hauptsächlich auf Informationen zu beschränken, die man möglicherweise sonst so nicht erhält.


Anreise

Die Anreise erfolgt am besten von Mumbai aus mit dem Zug (Konkankanya, Jan Shatabdi oder Mandovi Express). Hierbei kann man zwischen Liegewagen 1. Klasse mit Klimaanlage (AC) und normaler indischer Bummelklasse wählen. Sollte man nicht gerade im Hochsommer anreisen, hat die 2. Klasse durchaus ihren eigenen Reiz: Man bekommt direkt Kontakt zur Durchschnittsbevölkerung, die durchaus nett sein kann und selbstverständlich zum selbst mitgebrachten Essen einlädt. Im Gegenzug empfiehlt es sich, die Großfamilie zum Tee einzuladen, der von einem der zahlreichen Bauchladenhändlern, die ständig rufend durch den Zug laufen, für wenige Rupees erworben werden kann.
Nach 12 Stunden Fahrt erreicht man dann seine gewünschte Stadt in Goa. Der Zug ist recht pünktlich und fährt über Nacht, was die anstrengende Fahrt im Schlaf um einiges erleichtert.
Kommt man direkt aus Europa angereist, empfiehlt sich auch die Möglichkeit, gleich nach Goa per Charterflug zu reisen. Diese Flüge sollten nicht allzu teuer sein.
Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, von Mumbai aus mit dem Bus oder Schiff anzureisen. Beides wird aber nicht empfohlen.
Goa
In Goa kann man für jeden den entsprechenden Strand finden:
Im Süden (Colva Beach) geht es eher ruhig, aber dafür etwas gehobener zu. Hier findet man wunderschöne, noch nicht überlaufene Strände, an denen meist kleine aber sehr gute Restaurants gelegen sind. In diesen Restaurants kann man vorzüglich Meerestiere, von kleinen Krabben bis zum Haifisch-Baby, verspeisen und das zu einem sehr günstigen Preis (5-20 Euro). Das gleiche Gericht würde in Europa mindestens das dreifache kosten. Zu weiteren Lebensmittelpreisen siehe unten.
Der Süden empfiehlt sich also in erster Linie für etwas ältere Leute, die ein schönes Hotel (z. B. “Colva Beach Resort”, 800 Rs/Nacht/Doppelzimmer, Swimmingpool etc.), gut essen und in ruhe Strandspaziergänge bei Sonnenuntergang machen wollen.
In der “Mitte” (z. B. Baga-Beach) findet man eher das kommerzielle Goa: Auch hier sind wunderschöne Strände, allerdings gehen die schon Richtung Mallorca. Nämlich mit Strandliegen, immer mehr werdenden Bettenburgen und Funsportangebot (Jetski, Paragliding etc.), allerdings kaum Surfer. Hier trifft man auch eher jüngere Leute und hat ein wenig Nachtleben. Die Preise sind immer noch recht erschwinglich.
Der Norden ist eher was für Alternative und Hippies, aber nicht ausschließlich! In Anjuna Beach findet man vornehmlich die Aussteiger aus der Westlichen Gesellschaft. Viele Hippies, die dauerhaft seit Jahren hier leben oder aber welche, die wenigstens in den Ferien mal das unabhängige Leben genießen wollen. Man wohnt hier nicht in großen Hotels, sondern in kleinen Häuschen, die sehr günstig, aber auch sehr bescheiden sind. Nachts sind hier regelmäßig Strandparties und Drogen jeder Art sind leicht und günstig zu bekommen. Allerdings muss man sich, um überall hin zu kommen, ein Motorrad oder Mofa mieten, was auch sehr günstig ist (wenige hundert Rs pro Tag). Insgesamt sind die Lebenshaltungskosten hier sehr niedrig. Gutes Essen gibt es in der “German Bakery” oder im “Mango Shade” gleich gegenüber. Eine Besonderheit in Anjuna ist der Wochenmarkt, in dem man von Schmuck bis Kleidung alles bekommen kann.
Wer nicht ganz so alternativ ist, aber trotzdem keine Lust auf kommerzielle Strände hat, ist in Vagator genau richtig. Auch hier kann man recht günstig und trotzdem sauber und komfortabel wohnen (z. B. im Royal Beach Resort, 600 Rs/Cottage (Doppelzimmer), Swimmingpool, AC etc.). Die Strände sind nicht so überlaufen und recht gemütlich, zudem trifft man dort ganz normale junge Leute. Ausserdem sind die Stranddiskotheken (Millennium-Bridge, angesagteste Disco im Bacardi-Style) und Kneipen gut mit dem Motorrad zu erreichen. Hier kann man den perfekten Urlaub machen und überall sehr gut, günstig und ohne Angst vor Magen-Darm-Bakterien essen (z. B. Frühstück: Toast, Speck und Bohnen, frischer Obstsalat, Kaffee, Milchshake für wenige Euro). Tagsüber setzt man sich entspannt an den Strand, trinkt ein kühles Bier (wenige Euro) und spielt Schach… oder liest ein Buch.
Allgemeines
Die Menschen in Goa sind alle sehr freundlich und irgendwie weiß jeder schon über einen bescheid, sobald man in einem Dorf ist. Man kann wunderbar mit den Überlandbussen von Stadt zu Stadt fahren, alles läuft sehr unkompliziert ab. Wenn man viel Gepäck hat, empfiehlt es sich eine Autoriksha pauschal zu mieten. Überhaupt ist Goa ganz anders als der Rest von Indien, fast ein kleines Paradies.
Die Städte (Panaji, Old Goa) sind natürlich alle im portugiesischem Stil, man sagt, dass sie teils schöner als Lissabon seien. Die Einheimischen sind überwiegend katholisch.
Für das Motorradfahren sollte man eigentlich einen internationalen Führerschein haben, wahlweise gehen aber auch 100 Rs bei Verkehrskontrollen… Ansonsten herrscht auch nicht so ein Verkehr wie man ihn sonst aus Indien gewohnt ist, so dass es kein Problem ist, selbst zu fahren.
Stand: 2000
Soumya P. Datta
Soumya P. Datta
Soumya Phillip Datta, Jg. 1977, ist Mitbegründer von theinder.net und verantwortlich für den Bereich Finanzen. Soumya studierte Medizin in Kiel, promovierte dort und leitet heute als Kinderarzt seine eigene Praxis in Stuhr. Er lebt in Achim, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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