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Mi, 28. Oktober, 2020
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“Militärische Handlungen waren vermeidbar”

(von Sujal Ghosh) Die indische Regierung verurteilte den Angriff der USA auf den Irak auf das Schärfste. In einer Presseerklärung äußerte das Ministerium für Auswärtiges seine Besorgnis über den Beginn der militärischen Handlungen im Irak.

Sprecher Navtej Sarna erklärte vor Reportern, daß Indien hoffe, daß das irakische Volk nicht zu sehr durch eine ausgeweitete Militäraktion leiden muß. In seiner ersten Reaktion, verwies er auf die Differenzen im UN-Sicherheitsrat und drückte sein Bedauern über das Verhalten der Vereinigten Staaten auf, welche durch den Beginn des Krieges “die Autorität der Vereinten Nationen untergrabe”.

“Den militärischen Handlungen fehlt es an jeglicher Rechtfertigung. Den Aussagen von Dr. Hans Blix und Dr. Al Baradei zufolge scheint es als wären sie vermeidbar gewesen”, so der Sprecher des Aussenministeriums. Indien respektiere die Bedeutung der internationalen Aufgabe unter der Resolution 1441 die irakischen Massenvernichtungswaffen sicherzustellen.

“Die internationale Gemeinschaft muß weitreichende Schritte planen um menschliches Leid so weit wie möglich zu mildern. Indien ist bereit in solchen Maßnahmen mitzuwirken”

Der Erklärung zuvorgegangen war eine Sitzung des Sicherheitskommittees des Indisches Regierungkabinetts unter der Leitung des Premierminister Atal Bihari Vajpayee. Anwesend waren ebenfalls Vizepremier L.K. Advani, Verteidigungsminister George Fernandes, Außenminister Yashwant Sinha und Finanzminister Jaswanth Singh. Sie berieten über die amerikanischen Angriffe, und die Konsequenzen für Indien.

Im Vordergrund stand die Sicherheit der 3.5 Millionen indischen Staatsangehörigen in der Golfregion. Neben der Aufforderung an die im Irak lebenden Inder vergangene Woche das Land unverzüglich zu verlassen, wurde Anfang dieser Woche ebenfalls die Mission geschlossen und die diplomatische Vertretung in die jordanische Hauptstadt Amman verlegt. Dennoch beschlossen 30 der 50 indischen Staatsangehörige im Irak zu verbleiben.

Ein Krisenmanagementteam wurde aufgestellt um die Situation weiter zu verfolgen und eventuell eine Evakuierung der in Kuwait und den übrigen Golfstaaten noch verbliebenen indischen Staatsangehörigen zu erwägen, welche im Moment noch nicht ansteht.

Ein Gesandten des iranischen Präsidenten Khatami traf in Neu-Delhi ein um mit der indischen Regierung die US Angriffe auf den Irak zu besprechen.

Im Unionsstaat Jammu & Kashmir kam es zu den wütenden Demonstrationen. Tausende zogen auf die Straße von Srinagar um gegen die Angriffe zu protestieren. Mit antiamerikanischen Slogans (“Lang lebe der Islam, Nieder mit Amerika”) zogen sie durch die Viertel. Dabei verbrannten sie neben der US-Flagge auch eine Figur von US-Präsident Bush. Die Polizei verhaftete mehr als ein Dutzend Aktivisten der “Demokratischen Befreiungspartei” (DLP) Die Moslems stellen in dem Krisenstaat J&K; die große Mehrheit. Einen Angriff auf den Irak ohne UN-Mandat, empfinden viele als Angriff auf den Islam.

Einige Stunden nach dem Angriff folgte ein Gespräch zwischen dem US-Präsidenten Bush und dem indischen Premierminister Vajpayee. Neben intensiven Gesprächen über den Fortlauf der Situation versuchte Vajpayee den indischen Standpunkt zu verdeutlichen.

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