
theInder.net Sportredakteur und IndianFootball.Com Chefredakteur Chris Punnakkattu Daniel traf Indiens Tennis-Star Mahesh Bhupathi während der Gerry Weber Open 2005 in Halle/Westf. und hatte die Möglichkeit mit ihm über das Turnier und indischen Tennis zu reden. Das Interview fand im Gerry Weber Sportpark Hotel statt. Bhupathi (30) hat bereits 37 ATP-Turniere gewinnen können und war siegreich bei den Grand Slam-Turnieren in Paris, Wimbledon und bei den US Open.
Chris: Mahesh, du bist endlich wieder zurück in Halle um an den Gerry Weber Open 2005 teilzunehmen. Welche Erinnerungen hast du im Zusammenhang mit diesem Turnier und was ist so besonders an diesem Event?
Mahesh Bhupathi: Das Turnier ist eine gute Vorbereitung für Wimbledon, da hier viele Trainingsplätze und zwei überdachte Courts vorhanden sind. Viele Spieler kommen gerne hierhin und können unabhängig vom Wetter sehr viel auf Rasen spielen. Das Turnier ist einfach großartig! Die Betreuung der Spieler ist sehr gut und die Anlagen sind sensationell! Zudem ist die Nähe zum Hotel angenehm. Die Gerry Weber Open sind auf jeden Fall zu den besten Turnieren in Europa zu zählen!
Chris: Du spielst nun mit dem Australier Todd Woodbridge zusammen. Ihr habt zusammen bei den French Open gespielt und nutzt nun dieses Turnier als Vorbereitung für Wimbledon. Was sind deine bzw. eure Erwartungen für Wimbledon?
Mahesh Bhupathi: Nun, wir werden versuchen das Turnier zu gewinnen. Wir wollen uns diese Woche und nächste Woche in Nottingham intensiv vorbereiten um dann in Wimbledon unser bestes Tennis zu spielen.
Chris: Todd Woodbridge und du habt euch hier in Runde 1 gegen Knowle/Melzer, trotz Schwierigkeiten in der Anfangsphase, durchgesetzt. Eine kleine Analyse deinerseits?
Mahesh Bhupathi: Wir haben das Spiel 6:3, 6:4 gewonnen und hatten einige anfängliche Probleme bei meinem Aufschlag, da es unser erstes Match auf Rasen war. Man kann heutzutage keine Spiele mehr locker gewinnen und es gibt in jedem Spiel Probleme! Doch wenn man sich dem anpasst, wird man auch gewinnen!
Chris: Im Halbfinale werdet ihr auf Yves Allegro/Roger Federer treffen. Ein schweres Los! Hast du schon einmal gegen dieses Duo gespielt? Wird bzw. gab es aufgrund der langen Ruhephase eine spezielle Vorbereitung?
Mahesh Bhupathi: Ich habe mehrmals gegen sie gespielt und auch meistens gewonnen. Es gab bzw. gibt keine Änderung des Trainingsprogramms.
Chris: Viele Inder und Tennisfans in Europa haben ein begrenztes Wissen über indisches Tennis. Kannst du uns deine Ansicht und Meinung über die aktuelle Situation näher bringen? Welche Veränderungen sind von Nöten, um mehr Spieler mit internationalem Format rauszubringen?
Mahesh Bhupathi: Die Mentalität die wir in Indien haben ist in keiner Weise zum Vorteil des Sports. Wenn du nach einer Lösung fragst um mehr Spieler mit internationalem Format rauszubringen, muss ich sagen, dass es meiner Meinung nach keine Lösung gibt. Die meisten Inder investieren mehr in Bildung! Indische Eltern fördern sie in dem Bereich ‚Bildung‘, wie Australier ihre Kinder zum Sport ermutigen!
Wir haben weltweit die besten Wissenschaftler, die besten Ärzte, die besten IT-Spezialisten, da wir in der Bildung die Nummer 1 sind!
Einmal im Jahr stechen einige Sportler hervor – manchmal auch TennispielerInnen wie Sania Mirza. Es wird alle zehn Jahre mal einen Inder oder eine Inderin geben, die es auf die Plätze schafft. In Indien werden nicht jährlich gute SpielerInnen den Sprung schaffen, wie z.B. in Deutschland, Spanien oder Argentinien, da bei uns die Bildung im Vordergrund steht.
Chris: Du hast gerade Sania Mirza, den neuen Stern im indischen Damentennis, erwähnt. Du und deine Firma ‚Globosport‘ arbeitet eng mit ihr zusammen. Wie sieht diese Zusammenarbeit aus?
Mahesh Bhupathi: Wir kümmern und komplett um die Vermarktung, PR, etc. Zudem gebe ihr Tipps bezüglich des Trainings, wen sie auf ihren Reisen mitnehmen soll und solche Geschichten.
Sania hat im vergangenem Jahr sehr gut gespielt und ich hoffe, dass sie bis Ende dieses Jahres den Sprung in die ‚Top 50′ schafft.
Chris: Lass uns nun einmal einen Blick auf die Davis Cup-Qualifikation wagen. Indien wird im entscheidendem Qualifikationsspiel auf Schweden treffen. Wie schätzt du Indiens Chancen ein den Sprung in die Weltgruppe zu schaffen?
Mahesh Bhupathi: Schweden ist ein schwieriger Gegner. Wir werden auf Rasen spielen und die Schweden sind auf dem Belag sehr gut! Spieler wie Thomas Johansson, Joachim Johansson und Jonas Björkman werden uns das Leben schwer machen. Wir sind nur froh, dass wir endlich wieder das letzte und entscheidende Spiel in Qualifikation zu Hause austragen dürfen! In den letzten vier Jahren mussten wir auswärts antreten, was uns nicht zu gute kam. Natürlich sind wir der klare Außenseiter, aber im Davis Cup geschehen immer wieder seltsame Dinge.
Chris: Zum Schluss möchte ich dir noch die Gelegenheit bieten eine Botschaft an allen indischen Tennisfans in Europa und zu Hause zu übermitteln.
Mahesh Bhupathi: Vielen Dank für die Unterstützung! Jedes mal wenn ich in Europa spiele, kommen viele verschiedene Leute um mich zu unterstützen. So auch hier in Runde1! Es ein schönes Gefühl die von Indern unterstützt zu werden!
Chris: Ich danke dir, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast und uns deine Ansichten über die Gerry Weber Open und indischen Tennis vermittelt hast. Alles Gute für die nächsten Spiele!
Foto: (c) pfctdayelise






