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Mi, 1. Dezember, 2021
Start Sport Olympia 2016: Turnerin Dipa Karmakar verpasst Bronze knapp, Shah Rukh Khan schwärmt

Olympia 2016: Turnerin Dipa Karmakar verpasst Bronze knapp, Shah Rukh Khan schwärmt

Dipa Karmakar Olympia Rio 2016
Source: https://www.mykhel.com

(bc) Indiens Sportler lassen zum heutigen 69. Unabhängigkeitstag noch auf die erste Medaille bei den Olympischen Spielen von Rio warten. Dabei wurden diesmal mehr als einhundert SportlerInnen, angeführt von Flaggenträger Abhinav Bindra, zum Zuckerhut geschickt – soviel wie noch nie. Sechs Medaillen 2012 in London schufen Selbstvertrauen, vielleicht aber auch einen zu großen Druck auf die sich diesmal mühenden Olympioniken? Ein status quo: Enttäuschungen, aber auch eine Überraschung.

Es gibt noch Lichtblicke: die 22-jährige Turnerin Dipa Karmakar holte im Sprungfinale den vierten Platz, die Bronzemedaille verpasste sie nur knapp. Sie erzielte somit das beste Ergebnis, das Indien je im Turnen erzielte. Bollywood-Ikone Shah Rukh Khan hatte anlässlich der Olympiaqualifikation bereits im Vorfeld getwittert: „Finally our own Nadia Comaneci. Dipa Karmakar u r the pride of our Nation. Ur achievements inspire us. Thanks lil one.“ So auch Cricket-Legende Sachin Tendulkar: „Congratulations Dipa Karmakar on creating history with your qualification. You inspire young Indians with your achievement. Best wishes.“

Im Badminton konnten sich sowohl PV Sindhu bei den Damen gegen die Kanadierin Michelle Li, als auch Kidambi Srikanth gegen den Schweden Henri Hurskainen durchsetzen und sind im Achtelfinale.

Im Tennis-Halbfinale mussten sich Sania Mirza und Rohan Bopanna dem Mixed-Doppel Venus Williams und dem indischstämmigen US-Amerikaner Rajeev Ram geschlagen geben. Die Hoffnung auf Bronze wurde daraufhin durch Lucia Hradecka und Radek Stepanek aus Tschechien zunichte gemacht.   Während wir vor vier Jahren noch ein vernichtendes Urteil über Indiens Herren im Hockey fällten (wir berichteten), lieferte die Mannschaft diesmal eine sehr ordentliche Leistung ab. Diszipliniert und taktisch gut geschult präsentierte das Team des neuen Trainers Roelant Oltmans und Kapitän PR Sreejesh. Es ist bezeichnend, dass Deutschland ein Stein vom Herzen fiel, als es in der Gruppenphase mit 2:1 knapp gegen Indien gewann. Die Jahre zuvor hätte Indien nicht wirklich eine Chance gehabt. Es erreichte erstmals seit 36 (!) Jahren wieder eine KO-Runde bei den Olympiaden. Doch Belgien war mit 3:1 dann doch zu stark. Es war erneut die mangelnde Nervenstärke und Ballkontrolle, die Indien in die Knie zwang.

Verfolgt man die indische Medienberichterstattung, dann war die Niederlage der an Nr. 5 gesetzten Tennisspielerin Sania Mirza gegen die 61. Ukrainerin Maria Ulitina der große Aufreger. Ulitina beeindruckte insbesondere durch ihre sehr gute Vorhand.

Im Schießen entwickelte sich Indien bekanntlich seit über zehn Jahren zu einer Olympianation: Rathore holte 2004 Silber, Kumar und Bindra 2008 Silber bzw. Gold und Narang Bronze 2012. Man kann über Schießen als Sportart spotten, doch Medaille bleibt Medaille. Doch weder Chain Singh noch Medaillenhoffnung Gagan Narang waren erfolgreich.

Indiens Boxer Manoj Kumar musste sich gegen den Usbeken Fazliddin Gaibnazarov mit 0-3 geschlagen geben und schied im Achtelfinale der Halbweltergewichte bis 64 kg aus.   Nach 112 Jahren kommt ein „Sport“ zurück zu Olympia. Doch weder Shiv Chawrasia noch Anirban Lahiri machten in der 3. Runde des Golfturniers Hoffnung auf mehr. Der amtierende Olympiasieger im Golf ist übrigens George Lyon, leider schon seit 78 Jahren tot. Es riecht daher nach einem neuen Rekord sowohl bei den Damen wie auch Herren.

Zum Schluss noch ein Blick auf die Leichtathletik: Siegerin im Marathonlauf wurde die Kenianerin Sumgong. Ihre indischen Kolleginnen OP Jaisha und Kavita Raut wurden 89. bzw. 120.

Dabeisein ist alles.

Bijon Chatterji
Bijon Chatterji, Jg. 1978, ist Mitbegründer und Chefredakteur von theinder.net. Er studierte Biologie an der TU Braunschweig und promovierte am Fraunhofer-Institut in Hannover. Nach Lehr- und Forschungstätigkeiten an der Medizinischen Hochschule Hannover ist Bijon heute als Director of Business Development für ein österreichisches Biotechnologieunternehmen tätig. Bijon wohnt in Hamburg, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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