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So, 25. Oktober, 2020
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Inder will sichere Hinweise für Urknalltheorie haben

(von Bijon Chatterji) Ein indischer Wissenschaftler ist nach eigenen Angaben letztlich zum Schluss gekommen, dass aufgrund sicheren Hinweisen der Urknall Ursprung unseres Universums sein soll. Zwar diskutierten Wissenschaftler weltweit schon lange über eine gigantische Explosion vor Milliarden von Jahren, die das Universum, das wir heute sehen, zutage gebracht habe, sich von dem Zeitpunkt an stetig abkühlend und expandierend. Dem Aspekt des Abkühlungsprozesses wichen Wissenschaftler jedoch schon seit längerer Zeit aus.
Zwar gab man zu verstehen, dass das Universum höheren Temperaturen unterlag, als es noch jung war, doch trotz heftiger Bemühungen konnten Astronomen noch immer keine hieb- und stichfesten Beweise dafür hervorbringen.
Im Dezember 2001 trat ein indischer Wissenschaftler aus Pune mit überzeugenden Forschungsergebnissen an, dass das Universum sich in der Tat seit dem Urknall (“Big Bang”) vor Milliarden von Jahren abkühle.
Raghundhan Srianand und seine Kollegen vom ‘Inter University Center of Astronomy and Astrophysics (IUCCA)’ aus Pune führten Temperaturmessungen des Universums durch, als es nur ein Fünftel des jetzigen Alters betrug. Ihr Ergebnis, das im Dezember 2001 im britischen Magazin “Nature” veröffentlicht wurde, stünde im Einklang mit der Theorie über das Urknallmodell.
Die Urknalltheorie besagt, dass sich das Universum abkühle, seitdem es sich in einen kosmischen Feuerball formiert hätte. Seine Feldstärke kann noch immer als kosmische Mikrowellen-Grundstrahlung betrachtet werden, die heute dem Glühen von leerem Raum bei einer Temperatur von 2,73 K (K entspricht Kelvin und wird üblicherweise als Temperaturmaß von Wissenschaftlern benutzt) gleichkommt. Srianands Forschungsgruppe zeigte, dass etwa 3 Milliarden Jahre nach dem Urknall die Temperatur zwischen 6 und 14 K lag. Die Theorie hatte einen Wert von 9,1 K vorgelegt. Folglich könne dies als bisher beste Schätzung betrachtet werden. Die Forschungen wurden mittels des 8,20 m Teleskopes des “European Southern Observatory” auf einem entfernten Berg namens Paranal in Chile in Südamerika durchgeführt, gefördert durch das indo-französische “Center for the Promotion of Advanced Research”.
1948 war das Jahr, in dem der russisch-amerikanische Physiker George Gamow die Urknalltheorie über die Entstehung des Universums vorbrachte. Gamow schlug damals vor, dass das Universum mit einer einzigen Explosion geschaffen würde und die zahlreichen Planeten und Galaxien, die man heute beobachten kann, gleich in den ersten Minuten nach dem grossen Knall entstanden seien. Genau dann, als extrem hohe Temperaturen und Dichte des Universums bewirkten, dass subatomare Partikel zu den heutigen chemischen Elementen verschmölzen.
Der auf seinem Gebiet führende indische Wissenschaftler Srianand führte eine Mannschaft von drei Astronomen aus Deutschland und Frankreich an und forschte mit Hilfe einer an der Sichtlinie liegenden Gaswolke an der Lichtabsorption eines entfernten, hellen astrophysischen Objektes, das als Quasar bezeichnet wird – möglicherweise eines der hellsten Objekte des Universums. Aufgrund der Expansion des Universums müssten die ältesten Objekte gleichzeitig auch die entferntesten sein. Die Grundstrahlung heizt Atome und Moleküle in der Wolke auf, und zwar auf eine Weise, die es erlaubt, die Gastemperatur abzuschätzen.
John Bachali vom “Institute for Advanced Study and Natural Sciences” aus Princeton, New Jersey/USA bezeichnet die Ergebnisse der Puner Wissenschaftler als “einen gewaltigen Erfolg”, der den ersten Beweis dafür liefere, dass “der Urknall ein Knall war”. Srianands Ergebnisse seien darüber hinaus “ein Meilenstein”.

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