
Für die Schönsten der Schönen Indiens war der Ostersonntag 2005 der Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere. Am 27.3. wurden in Mumbai die Gewinnerinnen des „Pond’s Femina Miss India 2005“ Schönheitswettbewerbs gekürt. Traditionell gehen daraus die Titel „Miss India Universe“, „Miss India World“ und „Miss India Earth“ hervor, die ihrerseits ihr Heimatland bei den internationalen Ausscheidungen, wie etwa der „Miss Universe 2005“ Wahl am 30.5. in Thailand, vertreten.
Am Ende war es Amrita Thappar (23, 3. v. l.) aus Pune, die sich den ersten Platz und damit den Titel „Miss India Universe“ sicherte, während sich Sindhura Gadde (20) aus Vijaywada mit „Miss India World“ sowie Niharika Singh (22) aus Mumbai mit „Miss India Earth“ schmücken durften bzw. noch dürfen.
Dass es bei solchen Wettbewerben heute nicht nur um Schönheit, sondern auch Köpfchen geht, unterstrich einmal mehr die Frage- und Antwort-Runde, der sich alle Teilnehmerinnen zu stellen hatten. Die Zuschauer begriffen schnell, dass es die Mischung war, die aus Schönheit, Intelligenz und Athletik entsteht.
Auf die Frage von Bollywoodikone Kareena Kapoor, einer der Jurorinnen, welches Motto die Kandidatin auf ihrem T-Shirt tragen würde, antwortete Amrita Thappar „Alive and kicking“. „Weil dies meine Person widerspiegelt, jemand der daran glaubt, das Leben bis zum Maximum auszuleben“. Und als sie dann den Titel gewann, sagte sie: „Meine harte Arbeit hat sich ausgezahlt, und jetzt möchte ich Geschichte wiederholen – auf dem Miss Universe Wettbewerb. Aber jetzt werde ich erstmal die ganze Nacht durchfeiern!“
Die 23-jährige war aber nicht die einzige, die mit solchen originellen Aussagen die Sympathie von Jury und Zuschauern auf sich zog. Als die Schönheiten während des Halbfinals gefragt wurden, welche Erfindung sie gern kreieren würden und warum, entgegnete Sindhura Gadde, dass sie ein natürliches Heilmittel gegen Krebs entwickeln würde, während Niharika Singh sich für eine vermeintlich tiefgründigere Lösung entschied und sich für eine „Liebesmaschine“ aussprach, die Weltfrieden bringen sollte.
Die Zuschauer dieses Wettbewerbs wurden nicht nur optisch von den Schönsten des Landes verwöhnt, sondern auch mit einer Reihe von Livedarbietungen. „Indian Idol“ Abhijeet Sawant, die indische Ausgabe von „Deutschland sucht den Superstar“, der im Vergleich zu den Teilnehmerinnen wie eine Miniaturausgabe und bei weitem wie kein „Idol“ aussah, sowie seine Mitstreiter und Pseudoidole Rahul Vaidya und Amit Sana gaben Gesangseinlagen zum besten.
Besser machten es die nicht nur in den Musikcharts Europas für Furore sorgenden Bombay Rockers mit „Chakde“, sondern auch Yana Gupta mit einem Jazz-Remix. TV-Stars Amit Sareen, Manav Gohil and Chetan Hansraj klinkten sich schliesslich ein. Und als der kindlich aussehende Schauspieler und Ralph Macchio Verschnitt Shahid Kapoor auf die Bühne kam, wirkte auch Freundin Kareena Kapoor sichtlich aufgeheitert.
Die beruflichen Hintergründe der Wettbewerbsteilnehmerinnen erstreckten sich von Biotechnologie über Tanz und Literatur, bishin zu Wirtschaft und Sozialarbeit. Doch dieses Mal schien die Veranstaltung etwas besonderes zu sein, wenn man den Worten der in Neuseeland ansässigen TV-Moderatorin Sindhura glaubt. Sie fühle sich „auf dem Gipfel der Welt nach den Gewinn mit der Hoffnung Indien weltweit stolz zu machen“. Die Nerven waren im allgemeinen angespannt, lagen aber nicht blank, denn Niharika fügte später hinzu, dass sie nicht daran geglaubt hätte bis ins Finale zu kommen, „da alle anderen so gut waren“.
Die souveräne Jury konnte sich sehen lassen. Schauspieler Sunil Shetty, besagte Kareena Kapoor, Celina Jaitley, TV-Promi Pooja Bedi, Autorin Shobha Dey, Olympionik und Silbermedaillengewinner Rajyavardhan Rathore, Modedesigner Rocky S, Geschäftsmann Anand Mahindra und Times of India Macher Jaideep Bose sollten für Gerechtigkeit innerhalb der Bewertung sorgen.
Halbfinalistin Shivani Sabikhi wurde von Mahindra gefragt, welches Portfolio eines derzeitigen Regierungsministers sie sich vornehmen würde, wenn sie die Chance dazu hätte. Zugegeben, eine heikle Frage, doch kam die nervöse Antwort: „Ich wäre gern Finanzministerin und würde Chidambarams Budget dahingehend korrigieren dem Normalbürger entgegenkommen“. Ob dies der Grund war, warum man ihr „nur“ den Titel „Miss Beautiful Skin“ verlieh, sei dahingestellt.
Eine sehr interessante Frage warf Pooja Swamy auf, die als Zuschauerin eine 200.000 Rupees teure mit Diamanten bestückte Krone gewann, die sie vergeblich versuchte stilvoll zu tragen: „Wo fängt Schönheit an und wo hört sie auf?“






