Auch wenn 2026 der eingedeutschte Schriftsteller den deutschen Frühling und Sommer in vollen Zügen goutiert, mischt sich das Indische dabei ungezwungen ein, indem sich die beiden Kulturen in der folgenden Miniatur ineinander zu verlieben scheinen.
Sodann: „Bäume, Birnen, Blumen in der Karlsaue*, Kassel : Naturverehrungen im Abend- und Morgenland!“
Bei seinen ausgiebigen Spaziergängen gebühren die Blicke des rousseauischen ICHs (1) der Naturlandschaft aus Gebirgen und Tälern, den Wasserkräften, der Botanik… auffallend der Kleinbotanikwelt der Sträucher und Wiesenblümchen.
Mit dem Gefreiten der Bundeswehr unterhalte ich mich vorwiegend in der Karlsaue über die Bäume, von denen manche mit beträchtlich breiten Stämmen ganz schön alt geworden sind.
In Sommermonaten empfehlen sich die Sträucher der Blau- und Johannesbeeren, deren Erträge deutlich den Bedarf der Pflücker überragen.
Die künstlich angelegten Wasserkanäle und Auen kommen so wie die Wiesen natürlich wie die Ausweitung eigenständiger Natur vor.
Neben Wiesenblümchen werden in dieser gigantischen Grünanlage unauffällig die Blumen sichtbar.
Blumen als Metapher humaner Emotionen haben eine altbewährte Tradition. Die indische Lyrikerin Mahadevi Verma (2) schreibt im Nihar:
Bhare hue ab tak phulon men/ Mere aansu aur unke haas!
(Durchtränkt sind die Blumen/ Mit meinen Tränen und Deinen Gelächtern)
Das muss nicht als Dichotomien “Meine Trauer” und “Dein Glück” verstanden werden, denn wir wissen, dass die Tränen fließen, wenn wir vom Glück übermannt sind.
*Der 150 Hektar große Park in direkter Nähe zur Kasseler Innenstadt ist eine imposante Grünanlage barocker Prägung.
- Jean-Jacques Rousseau, 1712 – 1778, Schriftsteller und Philosoph
- Mahadevi Verma, 1907 – 1987, Dichterin und Schriftstellerin








