Vertreter der Deutsch-Indischen Gesellschaft aus ganz Deutschland kamen vom 25. bis 27. September zu den Indientagen 2026 in Trier zusammen. Im Mittelpunkt standen die künftige Arbeit der Zweiggesellschaften, der deutsch-indische Austausch und die 73. Jahreshauptversammlung des Bundesverbands. Einen inhaltlichen Höhepunkt bildete die Indien-Rede von Martin Kämpchen.

Die Indientage der Deutsch-Indischen Gesellschaft (DIG) fanden in diesem Jahr in Trier statt. Gastgeber des bundesweiten Treffens war die Trierer Zweiggesellschaft. Das dreitägige Programm verband die Jahreshauptversammlung des Bundesverbands mit Vorträgen, Begegnungen und öffentlichen Kulturveranstaltungen.
Zum Auftakt empfingen Bürgermeisterin Britta Weizenegger und der Beigeordnete Ralf Britten die Gäste im Trierer Rathaus. Von indischer Seite nahm Generalkonsulin Shuchita Kishore aus Frankfurt teil. Zu den Gästen gehörten außerdem der DIG-Bundesvorsitzende und frühere Generalkonsul Dr. Jürgen Morhard sowie Bernhard Steinrücke, Vorsitzender der Indien-Stiftung der DIG und früherer Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Indischen Handelskammer.
Der Vorsitzende der DIG Trier, Lakhinder Singh, stellte in seiner Rede den Fachkräftemangel und die Integration indischer Fachkräfte in den Mittelpunkt. Er verwies dabei auf Unternehmen aus der Region, die indische Fachkräfte gewinnen und integrieren wollen, insbesondere im Pflegebereich.
Einen inhaltlichen Höhepunkt bildete die traditionelle Indien-Rede. Unter dem Titel „India Through Five Decades – Reflections on 50 Years in India“ blickte der Schriftsteller und frühere Tagore-Preisträger Dr. Martin Kämpchen auf fünf Jahrzehnte in Indien zurück (Anm. d. Red.: theinder.net wird die Indien-Rede mit Kämpchens Zustimmung in Kürze in voller Länge veröffentlichen).
Der Samstag stand vor allem im Zeichen der bundesweiten Arbeit der Deutsch-Indischen Gesellschaft. Vertreter der Zweiggesellschaften kamen zum Erfahrungsaustausch zusammen. Themen waren gemeinsame Projekte und die Frage, welchen Beitrag die Zivilgesellschaft zur weiteren Entwicklung der deutsch-indischen Beziehungen leisten kann. In der Vorbereitung der Tagung waren unter anderem Fachkräfteintegration, Schulkooperationen und Schüleraustausch als Arbeitsfelder genannt worden.
Daran schloss sich die 73. Jahreshauptversammlung der Deutsch-Indischen Gesellschaft im Kurfürstlichen Palais an. Die DIG hatte angekündigt, bei der Jahreshauptversammlung Weichen für die weitere gemeinsame Arbeit zu stellen. Welche konkreten Ergebnisse die Versammlung brachte, bleibt einer weiteren Mitteilung des Bundesverbands vorbehalten.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Forum „75 Jahre Deutschland und Indien – Partnerschaft im Wandel, Perspektiven für die Zukunft“. Dr. Bernd Basting eröffnete es mit einem Impulsvortrag. Im anschließenden Austausch mit Delegierten und Gästen ging es um Meilensteine und Perspektiven der bilateralen Beziehungen.
Nicht alle angekündigten Programmpunkte fanden statt. Der indische Botschafter Ajit Gupte sagte seine Teilnahme nach Angaben der DIG Trier kurzfristig ab. Auch die vorgesehene Verleihung des Gisela-Bonn-Preises entfiel. Bei den offiziellen Terminen war Indien durch Generalkonsulin Shuchita Kishore vertreten.
Neben Tagung und Vorträgen gab es ein öffentliches Kulturprogramm. An der Mahatma-Gandhi-Büste legten Kishore, Morhard und Singh Blumen nieder. Die DIG Trier zeichnete dort zudem Petra Purnima Ohms als „Mensch des Monats August“ aus.
Am Samstag verlagerte sich ein Teil des Programms in die Trierer Innenstadt. Die Tanzgruppe Nisari Kalakshetra Mannheim unter der Leitung von Shany Mathew trat am Hauptmarkt und vor der Porta Nigra mit indischen Tänzen auf.

