StartLeben & KulturLiteratur & Medien"The Indians" – Indien, von Mensch zu Mensch

„The Indians“ – Indien, von Mensch zu Mensch

Zwanzig Jahre lang bereiste der französische Fotograf Ari Rossner Indien und porträtierte Menschen, denen er unterwegs begegnete. Sein Bildband „The Indians“ zeigt den indischen Alltag ungeschönt und doch voller Lebensfreude. Eine fotografische Annäherung an ein Land, dessen Vielfalt sich kaum auf 464 Seiten erfassen lässt. theinder.net verlost ein Exemplar des Bildbandes.

Eine ältere Frau mit buntem Kopftuch raucht eine Zigarette und blickt direkt in die Kamera. Ein Junge rasiert einem älteren Mann das Gesicht. Kinder springen in einen Dorfteich, eine junge Frau wäscht sich lachend die Haare. Es sind alltägliche Szenen, die Ari Rossner in seinem Bildband The Indians festgehalten hat. Nichts daran ist außergewöhnlich. Und gerade darin liegt der Reiz dieser Fotografien.

Zwischen 2004 und 2025 reiste der französische Fotograf immer wieder durch Indien. Neben seiner Arbeit in der Mode-, Werbe- und Porträtfotografie entwickelte er ein persönliches Projekt, das schließlich mehr als 400 Porträts hervorbrachte. Sein 464 Seiten umfassender Bildband ist geografisch in Nord, Ost, Süd und West gegliedert. Im Mittelpunkt stehen überwiegend unbekannte Menschen, denen Rossner in Städten, Dörfern und abgelegenen Regionen begegnete.

Rossner sucht die Nähe. Die Porträtierten schauen häufig direkt in die Kamera, viele lächeln, manche begegnen ihr mit einem ernsten oder neugierigen Blick. Dabei entstehen Aufnahmen, die wenig inszeniert wirken und eine bemerkenswerte Unmittelbarkeit besitzen. Rossner zeigt einfache Lebensverhältnisse, religiöse Traditionen und Menschen bei ihrer täglichen Arbeit, ohne daraus eine Sozialreportage zu machen.

Indien erscheint hier weder als exotisches Sehnsuchtsland noch als Schauplatz gesellschaftlicher Missstände. Rossner richtet seinen Blick auf die Menschen selbst, auf ihre Gesten, ihren Humor und ihre Eigenheiten. Das vermittelt ein überwiegend positives Bild, ohne den Alltag zu beschönigen. Allerdings bleibt es eine bewusste Auswahl: Wer vor allem offene und freundliche Begegnungen festhält, zeigt zwangsläufig nur einen Ausschnitt der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Rossner erhebt jedoch auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Neben den zahlreichen anonymen Gesichtern finden sich bekannte Persönlichkeiten wie die Filmregisseurin Mira Nair und der Dalai Lama. Begleitende Texte erläutern biografische Hintergründe, historische Zusammenhänge und einzelne Alltagsszenen. Bemerkenswert ist, dass Rossner den Prominenten fotografisch keine grundsätzlich größere Bedeutung beimisst als den Menschen, denen er zufällig begegnet. Ein Mädchen vor einer verwitterten Holztür erhält ebenso viel Aufmerksamkeit wie eine international bekannte Persönlichkeit.

Fotografisch überzeugt der Band durch kräftige Farben, klare Kompositionen und das Gespür für den richtigen Augenblick. Besonders einprägsam sind die Aufnahmen, in denen eine spontane Geste oder ein flüchtiger Blick mehr erzählt als eine sorgfältig arrangierte Szene. Andere Motive bewegen sich durchaus innerhalb vertrauter Indienbilder. Doch Rossners persönliche Handschrift verleiht dem über zwei Jahrzehnte entstandenen Projekt eine erkennbare Geschlossenheit.

The Indians ist keine umfassende Dokumentation der indischen Gesellschaft. Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen des Landes bleiben weitgehend außerhalb des fotografischen Konzepts. Das schmälert den Wert des Buches nicht, macht aber seine Perspektive deutlich.

Rossner hat einen Bildband geschaffen, der Indien vor allem über persönliche Begegnungen erschließt. Seine Fotografien zeigen Menschen in ihrer Individualität, ohne sie auf ihre Herkunft, Religion oder Lebensumstände zu reduzieren. Das Ergebnis ist ein zugewandter, gelegentlich humorvoller und überwiegend lebensfroher Blick auf ein Land, das in Europa häufig ganz anders dargestellt wird.


Zum Buch

Ari Rossner: The Indians. 464 Seiten, Hardcover, 24,6 × 34,6 cm, Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografien. Sprache: Englisch. ISBN 9791097881207.

Weitere Informationen und Bildauszüge: www.arirossner.com

theinder.net verlost ein Exemplar von „The Indians“

Ari Rossner stellt den Leserinnen und Lesern von theinder.net freundlicherweise ein Exemplar seines Bildbandes zur Verfügung.

Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, schreibt bis zum 11.11.2026 23:59 Uhr eine E-Mail inkl. Vor- und Zuname + Postadresse mit dem Betreff „Verlosung – The Indians“ an info@theinder.net. Unter allen gültigen Einsendungen wird ein Exemplar verlost. Die Teilnahme ist kostenlos. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird benachrichtigt; der Versand erfolgt direkt durch den Fotografen.

Teilnahmebedingungen: Teilnahmeschluss ist der 11.11.2026. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland. Pro Person ist eine Teilnahme möglich. Der Gewinner wird nach dem Zufallsprinzip ermittelt und per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist hinsichtlich der Auslosung ausgeschlossen.

Datenschutz: Die übermittelten Daten werden ausschließlich zur Durchführung des Gewinnspiels verwendet. Die Anschrift des Gewinners wird mit dessen Einverständnis an Ari Rossner zum Versand des Buches weitergegeben. Die Daten werden nach Abschluss des Gewinnspiels gelöscht, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten bestehen. Weitere Informationen enthält unsere Datenschutzerklärung.

Tina Singh
Tina Singh
Tina schrieb ihren ersten Artikel für theinder.net bereits 2005 und interessiert sich für gesellschaftliche Themen, Musik und Reisen. Heute ist sie im Touristikbereich tätig.

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